Heute vor 81 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. Es ist ein Datum, das wie kaum ein anderes für das unfassbare Leid, aber auch für die bleibende Verantwortung unserer Gesellschaft steht.

Anlässlich dieses Gedenktages luden die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gemeinsam mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, dem Landesverband Sozialpsychiatrie MV und weiteren Partnern am Vormittag zu einer würdevollen Gedenkveranstaltung ein. Das Programm war geprägt von stiller Erinnerung, eindringlichen Beiträgen und persönlichen Momenten, die tief bewegten.

Besonders eindrücklich war die Beteiligung junger Menschen: Schülerinnen und Schüler brachten sich ebenso ein wie Menschen aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ihre Präsenz machte deutlich, dass Erinnerung nicht nur rückwärtsgewandt ist, sondern Brücken in die Gegenwart und Zukunft schlägt. In vielen Redebeiträgen standen in diesem Jahr zudem die Verbrechen des NS-Regimes an Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen im Mittelpunkt. Ein Kapitel der Geschichte, das lange zu wenig Beachtung fand und doch Teil des systematischen menschenverachtenden Terrors war.

„Gerade dort, wo Menschen aufgrund von Krankheit oder Behinderung als ‚lebensunwert‘ diffamiert und ermordet wurden, zeigt sich die ganze Abgründigkeit dieser Ideologie“, so sein Eindruck nach der Veranstaltung. „Das Gedenken daran ist auch ein Auftrag für unser heutiges Handeln: für Menschenwürde, Inklusion und ein klares Nein zu Ausgrenzung.“

Angesichts aktueller gesellschaftlicher Debatten betont er: Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist keine Pflichtübung, sondern Grundlage demokratischer Verantwortung. Wer einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte ziehen wolle, verkenne, dass die Lehren aus der Vergangenheit Orientierung für Gegenwart und Zukunft geben.

Dieses Bewusstsein prägt auch sein eigenes Engagement: als Mitglied im Parlament, im Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten sowie als Teil einer offenen und solidarischen Gesellschaft.

Der Gedenktag in Wöbbelin und Ludwigslust war dafür ein starkes und bewegendes Zeichen.