Erinnerung, Menschlichkeit und Verantwortung: Neue Stolpersteine in Ludwigslust
„Heute bin ich versöhnt.“ Vier Worte, die schlicht klingen und doch von großer Menschlichkeit sprechen. Gesprochen wurden sie von Eva Witkowski bei der Verlegung von vier neuen Stolpersteinen in Ludwigslust – für ihre Familie, für das Ehepaar Witkowski und ihre beiden gemeinsamen Kinder.
Mit diesen Stolpersteinen wird an das Schicksal einer Familie erinnert, die während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur Ausgrenzung und Unrecht erfahren musste. Kurt Witkowski hatte jüdische Vorfahren. Aus diesem Grund verlor er nicht nur seine Stellung als Beamter, sondern auch seine Kinder wurden diskriminiert und gesellschaftlich ausgegrenzt.
Als Reaktion auf diese Ausgrenzung ließ Kurt Witkowski das Haus im Laascher Weg 7 bauen. Dort lebte er mit seiner zweiten Frau und den Kindern bis Anfang der 1950er-Jahre, bevor er aus beruflichen Gründen nach Schwerin zog. Genau an diesem Ort erinnern nun die Stolpersteine an das Leben und die Geschichte dieser Familie.
Dass Eva Witkowski selbst zur Verlegung nach Ludwigslust gekommen ist und ihre persönlichen Worte mit den Anwesenden geteilt hat, verlieh der Gedenkveranstaltung eine besondere Tiefe. Ihre Worte von Versöhnung, Menschlichkeit und Zuversicht zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine lebendige Erinnerungskultur für unsere Gesellschaft ist.
Für uns war die Teilnahme an dieser Verlegung ein sehr bewegender Moment. Die Stolpersteine geben der Geschichte der Familie Witkowski einen sichtbaren Platz im Stadtbild von Ludwigslust. Diese sind klein im Format, aber von großer Bedeutung für das gemeinsame Erinnern.
Die Verantwortung, aus der Vergangenheit zu lernen und daraus die Zukunft besser zu gestalten, bleibt eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft. Diese Verantwortung ist zugleich Antrieb für das politische Engagement in der Region: Für eine offene, demokratische und menschenwürdige Zukunft.